Radreisen in Brandenburg mit Niveau

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Teil 2: Konflikte

Übersetzung einer Sendung des schwedischen Rundfunks aus dem Jahre 2013

Reporterin:Im 2. Teil von "Cykla i P 1" soll es um Konflikte zwischen Radfahrern und anderen Verkehsteilnehmern gehen.

Eine Frau:

Meine Grundidee ist, dass alle es gut finden sollten, wenn Leute radfahren. Aber das ist offenbar nicht so. Im Gegenteil, es ist so, als ob die Leute Radler hassen und dass es vollkommen in Ordnung ist, Radler zu hassen und immer Scheiße über sie zu reden. Ich erfahre eine Gereiztheit und einen Haß. Deshalb finde ich mich so verdammt missverstanden und bekomme überhaupt keine Anerkennung für etwas, für das ich Anerkennung bekommen sollte.

Reporterin:Märit Halmin radelt überall, das ganze Jahr, auch wenn es schneit und regnet. Sie viel mehr Wertschätzung dafür, dass sie das Rad nimmt anstelle des Autos. Eines Tages, als sie auf dem Weg zur Arbeit war mit ihrem braunen Damenfahrrad, passierte etwas ungewöhnliches. Sie fuhr die Vasa-Straße in Stockholm hinunter.

Märit Halmin:

Da ist es sehr chaotisch, viel Verkehr, sowohl Autos als auch andere Radfahrer und viele Fußgänger. Und tausend verschiedene rote Lichter. Das ist sehr irritierend.

Reporterin:Irgendwann endet der Radweg und Märit setzt ihre Fahrt auf der Spur für Autos fort. Sie passiert eine Ampel, die gerade auf rot umschlägt. Märit ist in Eile. Sie ist Anästesistin und muss zum Krankenhaus am anderen Ende der Stadt. Hinter sich hört sie Sirenen.

Märit Halmin:

Ich denke wie schrecklich. Ein Krankenwagen, wie schwer muss es sein in diesem stockenden Verkehr. Ich fahre weiter und nach ein paar Straßenzzügen höre ich immer noch Sirenen. Und da denke ich, oh wie heftig. Das ist vielleicht eine Verfolgungsjagd. Und ich setze meine Fahrt fort. Und als ich an das Norra Bantorget komme, höre ich immernoch Sirenen hinter mir und da fange ich an, mich zu wundern. Warum kommen die nicht vorbei? Und das drehe ich mich um und begreife, dass die mich jagen. Und ich habe so verdammt viel Angst. Halten die mich für einen Bankräuber? Und wie komme ich hier wieder raus?

Reporterin:Märit bremst und steigt ab. Ein Polizist kommt zu ihr.

Märit Halmin:

"Weißt du, warum wir dich hier stoppen?" Und ich weiß wirklich nicht. Ich meine, ich wusste das ich keinen Bankraub gemacht habe. Und da sagt er: "Du bist bei rot gefahren." Ich meine, wegen dieser Lapalie kann doch nicht das Ganze gewesen sein, oder?

Reporterin:Der Polizist schreibt ihr einen Strafzettel über 1500 Kronen aus.

Märit Halmin:

Ich meine, das ist möglich, dass das Gesetz so war, dass ich einen Strafzettel haben sollte. Aber wieder fühlt man sich so ausgesetzt als Radler. Sollte die Polizei nicht anderes prioritieren. Ist das wirklich die große Gefahr in dieser Stadt. Und wenn das nun die große Gefahr ist, sind da dann Strafzettel und Verfolgungsjagden die Lösung oder ist es nicht vielmehr wichtiger, dass sich Radler bevorzugt und als wichtiger Teil der Stadtumgebung fühlen?! Ich glaube nämlich, dass dann man als Radler diese Verstöße nicht begehen wird.

Reporterin:Letztes Jahr starben 8 Radler im Verkehr. Und etwa 2000 wurden verletzt. Und trotz der Nullvision des Reichstages haben Fahrradunfälle zugenommen in den letzten Jahren. Magnus Lagher wurde schwer verletzt als er vor 3 Jahren von einem Auto angefahren wurde. Es geschah in der kleinen grünen Siedlung bei Norrköping, wo er wohnt.

Magnus Lagher:

[prassel, prassel] Ja, das sind ein paar hundert Meter von dort, wo wir wohnten. Auf der rechten Seite befindet sich ein Kindergarten. Und zu diesem Kindergarten war der Autofahrer unterwegs.

Reporterin:Heute regnet es und prasselt auf den schwarzen Regenschirm, den Magnus hält.

Magnus Lagher:

Das vordere Rad war eine 8. Und der Rahmen war gebrochen an ein paar Stellen.

Reporterin:

Ihr kamt aus der gleichen Richtung.

Magnus Lagher:

Nein, wir kamen aus unterschiedlichen Richtungen.

Reporterin:An dem klaren Herbstmorgen kommt Magnus auf seinem roten Rennrad mit weißen Helm und kurzen Hosen an der Vorschule vorbei. Es gibt keinen Radweg, also radelt Magnus auf der Straße. Er ist auf dem Weg zu seiner Arbeit als Ausstellungstechniker. Aus der anderen Richtung kommt ein weinroter Volkswagen. Er will auf der anderen Straßenseite vor der Vorschule parken und biegt gerade rum, als Magnus die Einfahrt passieren will.

Magnus Lagher:

Er hat der Polizei gesagt, dass er mich überhaupt nicht gesehen hat. Es war Freitagmorgen, er sollte den Sohn im Kintergarten abliefern. Er war vielleicht gestresst oder müde, ich weiß nicht.

Magnus Lagher:

Er hat der Polizei gesagt, dass er mich überhaupt nicht gesehen hat. Es war Freitagmorgen, er sollte den Sohn im Kintergarten abliefern. Er war vielleicht gestresst oder müde, ich weiß nicht.

Reporterin:

Ist das dein Sohn, der hier auf dem Schrank sitzt.

Magnus Lagher:

Das ist ein Schulfoto, das letzte glaube ich.

Reporterin:

Wie alt ist er?

Magnus Lagher:

9. So ... er war 6 Jahre als das Unglück passierte. Es hätte sein können, dass er mich hätte auf dem Asfalt liegen sehen.

Reporterin:

Nun sitzen wir in eurem Wohnzimmer.

Magnus Lagher:

Ja.

Reporterin:

Das ist sehr grün hier.

Magnus Lagher:

Ja, ju ... Das scheint so, als ob wir grün mögen ... äh ... mögen Natur und so. [Pause] Due wirst hin und wieder merken, dass ich Worte suche. Ich kann schwer Worte finden. Das ist eine Folge des Unglücks. Ich leide ein bischen unter Afasie.

Reporterin:Magnus ist 45 und hat dunkelblondes Haar und eine dünne Brillenfassung. Zuhause in der Villa bei Norrköping sitzt er und frühstückt. Er nimmt einen Schluck schwarzen Tee.

Magnus Lagher:

Ich glaube, in dem Sommer vor dem Unglück bin ich 450 Meilen geradelt. Ich hatte mal 8 oder 9 Räder gleichzeitig. Nun habe ich nur noch eins.

Magnus Lagher:

Als ich aufgewachsen bin in den 70igern, da hatten wir einige erfolgreiche schwedische Radsportler. Ich verband Freiheit mit dem Radeln. Ich las Huckleberry Finn als ich so 8 10 Jahre alt war. In gleicher Weise wie deren Floß auf dem Missisippi deren Transportmittel und Mittel für Abenteur war, so war dies für mich mein Fahrrad. Ich radelte in der Stadt herrum und in die Stadtränder und mit jedem Mal etwas weiter. Entdeckte, träumte mich fort und fantasierte wenn ich auf dem Rad war. Und als ich älter wurde, blieb ich dabei. Das war eine einfache und kluge Art zu reisen.

Reporterin:Magnus hatte an dem Tag, an dem er angefahren wurde, keine Verkehrsregeln verletzt. Aber es gibt viele Radler, die bei rot fahren.

Reporterin: Dienstagsmorgen am Stockholmer Schloss. An der Kreuzung Hornsgatan/ Götgatan stehen 3 Personen in gelben Westen. Einer von ihnen ist Citypolisist Thomas Ohlin, der gerade an diesem Morgen Radfahrer anhält, die bei rot fahren. Den ersten, den die Polisisten stoppen ist ein 45jähriger Mann.

Thomas Ohlin:

Hallo, wir sind die Citypolizei.

Radfahrer:

Hallo.

Thomas Ohlin:

Heute schauen wir auf die Radfahrer im Verkehr. Wie du selber weißt, radelste du bei rot.

Radfahrer:

Ich schaute auf den Verkehr und sah das alle rot hatten. Da dachte ich, dass es sicher sei und fuhr.

Reporterin:

Das hört sich fast so an, als ob du erwischt werden wolltest.

Radfahrer:

Absolut nicht. Aber es fühlte sich nicht falsch an.

Reporterin:

Warum steht ihr gerade hier?

Thomas Ohlin:

Weil wir hier gewöhnlich viele Treffer haben. Eujeujeu ...

Reporterin:

Was ist passiert?

Thomas Ohlin:

Ein Radler fuhr bei rot und brachte sich damit in Lebensgefahr.

Ein Mann:

Ich war im Herbst 2012 auf einer Konferens und sprach darüber, ob es möglich ist, einem Radfahrer beizubringen, Verkehrsregeln zu folgen. Und meine Antwort - gestützt auf gesammelte Forschungsergebnissen - war schlicht und einfach nein.

Reporterin: Sören Nordlund ist Verhaltensforscher an der Universität von Darlana und spezialisiert auf Verkehrspsychologie. Er betrachtet Radler als Fußgänger auf Rädern und meint damit, dass sie sich selbst nicht in gleicher Weise als Verkehrsteilnehmer auffassen wie Autofahrer.

Sören Nordlund:

Und das heißt, man kann nicht die selben Ansprüche stellen, meine ich aus meiner Perspektive, also mit Blick auf die Funktionsweise der Menschen. Radler denken nicht an die Sachen, an die Autofahrer denken, weil sie radeln.

Reporterin:

Aber nun beschreibst du Radler als eine Art primitiver Geschöpfe im Verhältnis zu Autofahrern.

Sören Nordlund:

Das sind sie auch. Und mit der modernen Enwicklungspsychologie kann man zeigen, dass ein Autofahr ... oder ein Fahrradfahrer Hirnareale benutzt, die die ältesten Areale des Gehirns sind. Also das perceptomotorische System. Das bedeutet, dass die Informationen über die Augen eingehen und dann dierekt an das motorische System gehen, ohne das sie zwingenderweise denkende Teile des Gehirns passieren.

Reporterin: Konflikte zwischen Autofahrern und Fahrradfahrern entstehen - nach Sören - dann, wenn wir nicht verstehen, dass wir unterschiedlich denken.

Sören Nordlund:

Autofahrer haben im Unterschied zu Radfahrern als auch zu Fußgängern überhaupt nicht die Möglichkeit, sich so geschmeidig und beweglich fortzubewegen. Und wenn sich die Radler dazwischenquetschen, dann können Autofahrer die Situation als schwierig erleben, da sie sich selbst nicht so bewegen können. Wenn man sieht, wie sich die Leute verhalten, da denkt, dass das Volk lausig denkt. Und daher rührt, dass man nicht versteht, woran man arbeiten muss, dass man nicht erkennt, dass die Leute einfach nicht denken. Aus meiner Perspektive, der Perspektive eines Wissenschaftlers der Psychologie, sage ich, dass ist ein fundamental falsches Denken. Um nämlich sich der Welt der Radfahrer anzunähren, müssen die Verkehrsplaner bedenken, dass Radfahrer nicht denken.

Reporterin: Um diese Konflikte zu vermeiden, müssen wir Städte in einer Weise bauen, die es deutlich für alle Verkehrsteilnehmer macht, wie sich alle bewegen werden, meint Sören.

Sören Nordlund:

Zum Beispiel, Radler, die schneller sind als Fußgänger, wissen genau, wo sie radeln sollten. Und Fußgänger, die neben den Radlern laufen, wissen genau, wo sie laufen sollten, damit sie nicht den Radfahrern in die Quere kommen. Und das ist so gemacht, dass Autofahrer wirklich stoppen. Und ich würde sagen, dass Radlers Regelbruch genauso in der Verantwortung der Planer wie der Radler liegt.

Eine Frau:

[klick] Da. Dankeschön.

Reporterin: Es gibt eine Facebookseite, auf der Radler Bilder zeigen mit Autos, die Radwege blockieren.

Die Frau:

Er hat sowohl den Radweg blockiert als auch mein Fahrrad und steht mitten auf einer Kreuzung.

Reporterin:

Das ist eine Glasauto.

Die Frau:

Was dachtest du dir dabei den Radweg zu blockieren!?

Ein Mann:

Ich dachte, dass wäre eine elegante Variante.

Die Frau:

Ah, das ist nicht so elegant, wenn hier mit dem Rad langkommt.

Der Mann:

Ist das so?

Die Frau:

Ja, das ist sehr unelegant, ehrlich gesagt.

Lied:

What a diffrence a day made
24 little hours
what the sun and the flowers
hmmmmmmmmm where they used to be rain

Eine Frau:

Also das ist verschieden. Manche verhalten sich sehr respektvoll. Aber viele auch nicht. Und vor diesen hat man Angst. Man weiß vorher nicht, wie sie sich verhalten oder nicht.

Eine ältere Frau:

Ja, auf der Ljusgatan erlebt man es fast jeden Tag. Sie schlängeln sich durch die Gehenden hier.

Märit Halmin (die mit der Verfolgungsjagd mit der Polizei):

... Ich hörte von der Fahrradstadt Amsterdam. Und da dachte ich, man kann sich ein Rad im Hotel ausleihen und zur Kongresshalle radeln anstelle sitzen zu müssen in irgendeinem Tourist ... äh ... was weiß denn ich was die für einen öffentlichen Verkehr haben, aber ... hm ... .

Reporterin: Für die meisten Radler ist Amsterdam die Traumstadt. Dort reisen zu Studienzwecken Politiker und Straßenplaner hin. Märit, die bei rot radelte und einen Strafzettel bekam, wird bald als Ärtztin nach Amsterdam gehen. Sie steht in der Küche und bereitet Essen zu und bereitet ihre Reise vor.

Märit Halmin:

Ich versuche Linshomos und marinierte Oberginen zu machen. Das muss vorbereitet werden. Den Rest kann ich heute abend machen.

Reporterin: Amsterdam wurde als beste Fahrradstadt der Welt gewählt. Märit will herrausfinden, was eine gute Fahrradstadt ausmacht.

Märit Halmin:

Wenn man etwas zum vergleichen hat, da wird es einfacher zu kritisieren und nicht so allgemein verärgert zu sein, wie ich das jetzt bin.

Reporterin:

Aber was verärgert dich?

Märit Halmin:

Ich hab ja darüber nachgedacht. Ich glaube man fühlt sich so unglaublich unprioritiert. Trotzdem ich denke, dass Radler prioritiert sein sollten. Da wird man verärgert. Das ist, als ob man unten durchrutscht. Und da wird es plötzlich völlig ok, glaube ich, dass man sich nicht völlig ... ähhh ... unterwürfig im Verkehr verhält.

Märit Halmin:

Ich gehe umher und meine, dass die Leute unsere Füße küssen sollten. Wir Radler ... [bruzel, bruzel] oi ... ich neige zur Hysterie ... dafür, dass wir so gut beitragen ... also teils aus der Volksgesundheitsperspektive ist das total fantastisch: Bewegung im Alltag; man ist an frischer Luft - also das nutzt der Gesellschaft in dieser Weise. Und das zweite ist: aus der Klimaperspektive ist das total fantastisch, dass ein großer Teil der Bevölkerung radelt, da wir nicht zur Umweltzerstörung beitragen.

Reporterin: Im Herbst [2013] wird eine staatliche Untersuchung einige konkrete Vorschläge zu einer fahrradfreundlichen Umwelt machen. Die beinhalteten u.a. mehr Radwege, deutlichere Sichtbarkeit durch Erhöhung und Fahrradabstellplätze. Das, was Untersucher Kent Johannsson am wichtigsten findet, ist eine Erhöhung der Sicherheit, so dass mehr Leute wagen, zur Arbeit zu radeln. Aber die Kritik an dieser Untersuchung war scharf.

Kent Johannsson:

Das Schlimme ist, dass viele Vorschläge und Vereinfachungen - sowohl für Radwege als auch für das Radeln selbst - haben nicht richtig viel gebracht.

Reporterin: Die Radlerförderung will 2 Verkehrsregeln ändern, um es sicherer und einfacher für Radler im Verkehr zu machen. Zum einen will man es erlauben, bei rot rechts abzubiegen, und zum anderen möchte man erlauben, die Einbahnstraße in beiden Richtungen zu benutzen. Das sagt Lars Strömgren, der der Vizevorsitzende der Radlerförderung ist und der als Stadtplaner arbeitet.

Lars Strömgren:

Von 522 Milliarden, die im Infrastrukturtopf sich befinden, sind weniger als 0,5 Promille für Investitionen in den Radverkehr vorgesehen. Und das ist viel zu wenig. Ungefähr 10 % aller Reisen in Schweden geschehen mit dem Rad, und da sollte es doch so sein, dass 10 % des Budgets - oder noch mehr, da die Regierung den Fahrradverkehr fördern will - in den Radverkehr fließen sollte.

Reporterin:

Was ist der größte Fehler, den man in der Verkehrsplanung in der Stadt macht?

Lars Strömgren:

Das ist, dass man das Rad als etwas anderes als ein Transportmittel sieht. Wenn man auf Städte schaut, die längere Erfahrung bezüglich des Radverkehrs haben, z.B. Amsterdam oder Kopenhagen, so sind da weniger Unglücke dadurch, dass man nicht überascht ist und in Situationen kommt, in denen man zweifelt, ob man nun fahren soll oder nicht. Das ist viel effektiver, als die Helmpflicht oder Warnwesten. Zu versuchen, Konflikte zu vermeiden anstatt nur Schaden zu lindern, wenn der entsteht. Und das ist nicht nur die Verantwortung der Radler, trotzdem sie selbstverständlich den Regeln folgen müssen. In Stockholm z.B. haben 95 % der Radler den Führerschein. Das ist nicht so, das die Radler nicht die Regeln kennen, sondern man empfindet die Regeln entweder unklar oder dass das Verkehrssystem nicht an das Fahrrad angepasst ist. Man fühlt sich vielleicht vorverurteilt, vergessen und frustriert. Und ich glaube, das muss ernst genommen werden.

[Regen prasselt]

Magnus Lagher (der mit dem Unfall):

Wenn ich hier stehe, kommen ein paar Gefühle hoch. Ein wenig Zorn, aber auch Traurigkeit.

Reporterin: Der Unfallort an der Vorschule, der Magnus Leben vor 3 Jahren veränderte, passiert er fast jeden Tag. Und den Fahrer, der Ihn umgefahren hatte, hatte er mehrmals in dem kleinen Eckladen im Zentrum getroffen. Aber Magnus ist nicht wütend auf ihn und fantasiert nicht, die Zeit zurückzudrehen. Stattdessen ist er wütend, dass man die Ursachen für Unglücke vereinfacht.

Magnus Lagher (der mit dem Unfall):

Oft geht es nur um den Helm. Es geht oft nicht so sehr um andere Verkehrsteilnehmer, um andere Gruppen von Verkehrsteilnehmern. Es geht selten darum, wie wir unterschiedlich uns verhalten im Verkehr. Es geht um den Helm, als ob der eine Art Impfstoff gegen Verkehrsunfälle wäre. Nun trage ich Helm, und ich habe immer noch ganz große Probleme, fast 3 Jahre später.

[Löffel klappert in einer Tasse]

Magnus Lagher:

Wir leben in einer Gesellschaft, in der das Auto die Norm ist. Die Norm für wie wir uns transportieren. Wenn das Auto nicht mehr als Norm gesehen wird oder infrage gestellt werden, dann, denke ich, kommen wir ein Stück weiter, dass Radeln auch eine Art sein kann, sich zu transportieren. Zu gehen ist auch eine Art, sich zu transportieren. Ich glaube nicht, dass meine Traumstadt autofrei sein sollte. In meiner Traumstadt sind die Menschen die Norm und wir fangen mit der kleinsten Gemeinsamkeit an und das ist die Möglichkeit zu gehen.

Teil 1: Geschichte des Radfahrens in Schweden

Teil 2: Konflikte

Teil 3: Radfahren um des Radfahrens Willen

Teil 4: Fahrrad und Nutzen - Über die Rolle des Fahrrades in der Zukunft

Hier der Link zur Originalsendung. Dort gibt es auch einige Bilder zu sehen.

Und hier der Link zu Radreisen Brandenburg.

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