Radreisen in Brandenburg mit Niveau

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Teil 4: Fahrrad und Nutzen - Über die Rolle des Fahrrades in der Zukunft

Übersetzung einer Sendung des schwedischen Rundfunks aus dem Jahre 2013

Eine Frau:

Nun nimm das Fahrrad und geh runter auf die Wiese. Hier unten haben wir mehrere Männer heute, die das Rad halten.

Eine Mann ruft:

Trete, trete stark.

Reporterin: Es ist ein kalter und windiger Maiabend. Auf dem Järvafeld im Nordwesten Stockholms im Gras zwischen den Gehwegen versuchen 12 Personen, das Radfahren zu lernen. Die 45-jährige Safir Ahmed bekommt Hilfe von Abdulah, der das Fahrrad hält.

Abdulah:

Nein ... nein, nein, nein. Das geht nicht. Du must treten.

Reporterin:

Wie ist das?

Safir Ahmed:

[schnief] Hart. Das ist nicht einfach.

Reporterin: Solche Fahrradkurse für Erwachsene sind populär geworden und gibt es nun in mehreren Kommunen. Safir musste sich sich 3 Mal bewerben bevor sie einen Platz bekam.

Safir Ahmed:

Ich wollte unbedingt. Wenn man Radfahren kann, so ist man jemand, der etwas macht, der etwas machen kann. Das ist ein Teil im Leben, kann man sagen. Insbesondere Freiheit.

Reporterin:

Hast du ein Fahrrad?

Safir Ahmed:

Nein. Aber ich werde mir eins kaufen, wenn ich merke: Nun bin ich stabil ... eu.

Reporterin: Cykla i P1 handelt heute über das Fahrrad als Teil der Lösungen von einigen zukünftigen Herrausforderungen.

Ein Mann:

Die einfachste Lösung ist oft die beste Lösung. Viele Dekaden haben wir nun versucht, das Transportproblem und das Städteproblem mit der schwerst möglichen Lösung zu lösen. Aber nun denke ich, dass es Zeit ist für das Fahrrad als einfachste und beste Lösung.

Reporterin: Lars Stömgren ist Stadtplaner und Vizevorsitzender in der Fahrradförderung. Er meint, dass die Städte vor einer Revolution stehen. Das Fahrrad wird das Auto mehr und mehr ersetzen. Er erzählt von den ganzen Unternehmen, die bereit sind, Waren mit dem Rad zu transportieren; über Familien, die das zweite Auto abschaffen und anstelle ein Fahrrad nehmen; und über die hunderte von Städten, die angefangen haben, Leihfahrräder anzubieten.

Lars Stömgren:

Das war eine klare Entwicklung von den 50iger Jahren bis vielleicht in die 80iger. Da sah man das Auto als Lösung aller unserer Probleme an. Das glaub ich, ist widersinnig. Denn eine Vorrausetzung, um eine Wirtschaft z.B. zu entwickeln, ist die Nähe der Leute zueinander, dass man sich treffen kann, Ideen austauschen kann, Waren und Dienste. Und da ist das Auto sehr schlecht drin, weil es so viel Platz benötigt. Und da ist das Fahrrad und öffentlicher Verkehr die Lösung, denke ich. Ich denke, wir sind auf dem Weg zurück zu einer logischen Balance zwischen Raum und Nutzung.

Reporterin: Der erste Schritt, um mit dem Radeln anzufangen, ist, sich ein Fahrrad anzuschaffen. Oder das in Ordung zu bringen, das man bereits hat. Die Fahrradküche im Westhafen in Malmö ist eine Gratiswerkstadt, in der man sein Rad selbst reparieren kann.

Ein Mann:

Man soll im Prinzip hier ein Fahrrad bekommen für Null und nichts.

Reporterin: Hierher kommen Leute von ganz Skåne, um an ihnen herrumzubasteln oder neue zu bauen. Längs im ganzen Kellerlokal stehen Reihen von alten Fahrrädern. Rennräder, Mountainbikes und Militärräder, die die Fahrradküche geschenkt bekommen hat. Und so wurde auch die Idee zur Werkstatt geboren, erzählt Projektleiter Bertil Björk.

Bertil Björk:

Also das fing eigentlich damit an, dass ich und einige meiner Freunde, mit denen ich zusammen radelte, darüber sprachen, ein gemeinsames Lokal zu haben, in dem wir an unseren Rennrädern schrauben können. Und dann war eine entscheidende Sache, dass ich in einer Recyklingstation war, um dort Sachen wegzuschmeißen. Und ich schaute runter in den Metallcontainer und sah sehr viele Fahrräder dort. Und gute Fahrräder. Und ich fragte die Mädels und Jungs, die dort arbeiteten, ob das so war, dass dort oft viele Räder ankommen. Und da sagten sie, an einem schönen Frühlingstag, an dem die Leute ihre Garagen aufräumen, da bekommen sie 200 bis 300 pro Tag! Auf einer solchen Anlage! Und dann fängt man an zu rechnen: 200/ 300 Räder am Tag mal 16 Anlagen nur in Süd-Skåne; wenn nur ein Promill daraus kommt, so könnte man freien Zugang zu Fahrrädern für alle Leute, die Lust haben, ein Rad zu reparieren und in Gang zu setzen, haben. So dachten wir am Anfang ein wenig.

Bertil Björk:

Also man ... also ich verstehe die, die Autos mögen. Das ist herrlich. Das ist bequem, ein Auto zu haben. Aber wenn wir einige Jahre vorrausschauen, so werden wir nicht genauso viele Autos in den Städten haben. Fast alle Städte wachsen, und fast alle Städte wachsen nach innen. Es wird enger und enger. Und da ist es vollkommen unmöglich, zu denken, dass wir werden haben eine ... Eine Stadt wie Malmö wird z.B. wachsen um 100 000 Einwohner. Das würden 100 000 Autos mehr in der Stadt sein. Das geht nicht. Also muss man andere Transportmöglichkeiten für Menschen und Güter finden. Und da ist das Rad ein Teil.

Reporterin: Radkuriere in Stockholm sind oft schneller als Autos. Wir treffen den 3-fachen Vater Arvid Svenson Viden, der seinen gut bezahlten IT-Job kündigte, um in Vollzeit radfahren zu können. Das Radkurierunternehmen, für das er arbeitet, liegt an einer kleine Kreuzung in der Innenstadt.

Reporterin:

Also hier kommt hier her, um Kaffee zu trinken und ... ?

Arvid Svenson Viden:

Um Kaffee zu trinken, Sachen aus den Taschen zu tauschen, Mittag zu essen.

Reporterin: Arvid ist ausgebildeter Computeringenör. Er programmierte verschiedene Typen von Computersystemen, wie:

Arvid Svenson Viden:

Banksystem, Flugsimultoren, Telefonzentralen, Kassenapparate ...

Reporterin: Sein Job war es, dass die Computersysteme das machen, was wir wollen. Ohne das man merkt, wie das geht. Im Gegenteil zum Fahrrad, wo man alles sieht.

Arvid Svenson Viden:

Hm, die Fahrradtechnik ist sehr einfach und elegant. Das ... scheinbar eine sehr einfache Konstruktion zu sein, aber sehr, sehr pfiffig.

Reporterin: Arvid arbeitete also als IT-Berater. Er saß mehrere Jahre bei mehreren Unternehmen in der Stadt.

Arvid Svenson Viden:

Man kommt zur Arbeit, dann sitzt man da, und dann wird Kaffeepause gemacht, und dann arbeitet man bis zum Mittag, und dann ist Mittag, und dann arbeitet man bis zur nächsten Kaffeepause vielleicht, und dann arbeitet man noch ein bisschen und dann geht man nach Hause. Man sitzt auf dem Hintern.

Reporterin: Er fing an, zur Arbeit zu radeln. Und nach einer Weile war das das schönste am ganzen Arbeitstag. Dann suchte er nach einer Ausrede, um noch mehr zu radeln. Er startete einen Radkurierservice in der Mittagspause. Er fuhr nur Fahrradteile und das völlig gratis.

Arvid Svenson Viden:

Einmal pro Woche fand ich einen Auftrag über ein Fahrradforum. Und dann bot ich mich an, einen Sattel vom Verkäufer zum Käufer zu fahren oder sowas. So einmal pro Woche ungefähr hatte ich einen richtigen Auftrag und die anderen Tage fuhr ich aber auch Rad in der Mittagspause.

Reporterin: Er lernte einige Fahrradkuriere kennen.

Arvid Svenson Viden:

An den Tagen ohne Auftrag schaute ich in einem Radkurierbüro vorbei und trank Kaffee und plauderte ein bisschen. Und dann bekam ich - ich weiß nicht mehr ob es ein ernstgemeinter Vorschlag war oder ein Scherz - das Angebot, richtig zu radeln. Und da schloss ich einen Auftrag ab und fing an, Vollzeit zu radeln.

Reporterin:

Du wurdest Radkurier?

Arvid Svenson Viden:

Ja, genau. Und ich hatte Höllenangst am Anfang. Ich dachte, das wird ein Bluff. Ich werde dem eigentlich nicht gewachsen sein.

Reporterin: Radkuriere fahren oft dutzende Meilen [1 schwedische Meilen = 10 km] am Tag.

Arvid Svenson Viden:

Ja, das war widrig. Ich war sehr, sehr erschöpft. Jeden Abend hatte ich unglaubliche Krämpfe auf dem TV-Sofa. Und das hab ich immer noch einmal pro Woche. Aber dann kam langsam aber sicher die Kondition. Und dann fing ich an, zu funktionieren. Aber die ersten Wochen waren schrecklich.

Reporterin:

Bekommt man einen Kick vom Radeln oder wie kann das so stark sein, dass man seinen Job wechselt?

Arvid Svenson Viden:

Ja, vom Radeln in städtischer Umgebung bekommt man einen Kick, absolut. Und dann trifft man Leute und alle sind froh. Leute, die Sachen bekommen, sind froh. Und Leute, die Sachen schicken sind froh. Und ich mit den Sachen. So alle sind froh. Meistens. Und äh ... ja, man kommt schnell vorwärts in der Stadt. Und es ist herrlich, zu radeln, finde ich.

Reporterin:

Aber z.B. im November, wenn es matschig und kalt ist und schrecklich, ist es da auch herrlich?

Arvid Svenson Viden:

Nee ... , also da kann man richtig durchgefroren sein und niedergeschlagen. Aber da denke ich meistens über die Alternative nach, im Bürö zu sitzen. Und da rafft man sich auf und radelt weiter.

Abdulah:

Das zweite auch rauf. Ich halte dich. Du sollst nicht denken. Du sollst nur daran denken, den zweiten Fuß auch raufzusetzen.

Safir Ahmed:

[schauf] Ok.

Reporterin: Auf dem Järvafeld geht der Fahrradkurs weiter. Safir ist schon mal geradelt, aber vor langer Zeit, in Äthopien.

Safir Ahmed:

Ich bin einmal geradelt als ich klein war. Dann fiel ich sehr unglücklich. Ich schürfte meine Beine ab. Und meine Eltern schlugen mich auch. So war ich verängstigt.

Reporterin:

Sie schlugen dich?

Safir Ahmed:

Ja, dafür dass ich radelte.

Reporterin:

Durftest du nicht radeln?

Safir Ahmed:

Nein, ich durfte nicht.

Reporterin:

Warum nicht?

Safir Ahmed:

Jaaa sie dachten ... wiel ich bin ein Mädchen vielleicht ...

Reporterin:

Aber wie alt warst du, als du vom Rad fielest?

Safir Ahmed:

Also ich glaube 4 ... und ein halb, oder sowas.

Reporterin:

Und seitdem bist du nie mehr geradelt?

Safir Ahmed:

Nein, nie, nie mehr.

Eine Frau:

Hast du einmal gelernt, zu radeln, da ist ja da.

Reporterin: Katrin Ottenfeld ist eine Freiwillige im Kurs.

Katrin Ottenfeld:

Und das sind ja viele hier, die schon als Kind in ihren Herkunftsländern geradelt sind. Und nach 2, 3 Mal kommt es wieder und sie radeln richtig los. Aber das wollen alle, aber man ist auch etwas ängstlich.

Katrin Ottenfeld:

Sie da, die in voller Geschwindigkeit da kommt, hat noch nie auf einem Rad gesessen.

Reporterin: Radeln zu lernen kann entscheidend sein, um einen Job zu bekommen.

Katrin Ottenfeld:

Ja teilweise ist das in dieser Gegend so, dass viele hier als Haushaltshilfe arbeiten. Und sie können zwischen ihren verschiedenen Arbeitsstellen hin- und herradeln. Viele Kinder, die hier wohnen, haben Fahrräder. Und da können die Mamas mit ihren Kindern radeln. Man hat also viele Vorteile, wenn man radeln kann.

Arvid Svenson Viden:

Ich war ja auf allen Stellen, auf denen ich gearbeitet hatte, deprimiert. Und wenn ich jetzt an die Rezeptionen von den Stellen komme, an denen ich eine Reihe von Jahren gearbeitet habe, um Sachen abzuliefern, so ist das ein schönes Gefühl. Da erinnert man sich an die alten Probleme wieder. Warum hatte ich diese Probleme da? Was hätte ich anders machen können? Man reflektiert über das eine oder andere.

Reporterin:

Aber wie reagieren deine alten Kollegen, wenn du sie trifftst?

Arvid Svenson Viden:

Einige erkennen mich wieder und einige bringen das nicht zusammen. Ein alter Chef stand an der Rezeption und sollte ein Paket dem Boten übergeben, wenn dieser kommt. Und dachte, dass ich dort zum Interview für einen Beraterjob bin und wollte mir das Paket nicht geben. Wir standen da und zogen fast das Paket hin und her. Und die Zeit verging und ich sagte, nun muss ich los. Das war eine sehr seltsame Situation.

Lars Stömgren:

Ich glaube, man wird in Zukunft das Fahrrad auf sehr verschiedene Weise gebrauchen.

Reporterin: sagt Lars Stömgren von der Fahrradförderung.

Lars Stömgren:

Ich glaube, das Trainingsrad wird zunehmen. Auch das Lastentransportieren mit dem Rad. Arbeitspendeln. Und auch als eine Art, mit seinen Kindern umzugehen. Über mehr und mehr schaffen sich ein Lastenrad an, wo die Kinder vorne sitzen. Also ich glaube, das das Fahrrad einen großen Platz in vielen Kontexten bekommt, die es heute vielleicht noch nicht gibt.

Reporterin: Die Kopenhagener Kommune hat ausgerechnet, dass die Bevölkerung 1,50 SEK [schwedische Kronen] mit jedem geradeltem Kilometer gewinnt. Gleichzeitig verliert man 0,85 SEK für jeden Kilometer, den die Leute mit dem Auto fahren. In diese Rechnung einbezogen waren Dinge wie Umwelteinfluss, Straßenkosten, Zeiteinsparung, Lärm, Gesundheitseffekt und Krankheitskosten.

Reporterin: In ganz Schweden werden nun Fahrräder in neuen Kontexten eingesetzt. In Östergötland testet man Fahrradambulanzen, die gut durch Menschenmengen kommen. In Göteborg und Malmö gibt es eine Umzugsfirma, die die Sachen auf dem Fahrrad transportiert. In verschiedenen Gegenden versucht man, den Radverkehr mit dem öffentlichen Verkehr zu verbinden. Und mehr Kommunen bieten ihren Angestellten E-Bikes an.

Reporterin: Malmö gilt als bedeutendste Fahrradmetropole in Schweden. Das flache Land und das verhältnismäßig milde Klima ist gut zum Radeln. Und Malmö-Stadt hat lange für eine Fahrradfreundliche Infrastruktur gearbeitet. Leif Jensson von Malmös Verkehrsbüro sagt, dass die letzte Untersuchung ergeben hat, dass der Autogebrauch gesunken ist.

Leif Jensson (mit südschwedischen Akzent):

Früher hatten wir eine ständige Zunahme der Autos. Aber nun haben wir tatsächlich eine Verringerung. Stattdessen erhöhte sich der Anteil des Radverkehrs und des öffentlichen Verkehrs. und das ist sehr positiv.

Reporterin: Leif hat mit Fahrradangelegenheiten 50 Jahre lang gearbeitet. Er steht vor dem Radhaus und schaut auf all die Radler dort.

Leif Jensson:

Wenn wir fortsetzen können, dass mehr Leute einsehen, dass man nicht ein Auto braucht, um zum Kiosk 100 m weiter zu gelangen, sondern das Fahrrad stattdessen nimmt, so haben wir sehr viel gewonnen.

Reporterin:

Nun radle ich gerade mit so einem Lastenrad. Das ist so ein typisches Kopenhagenrad.

Leif Jensson:

Ja genau. Hergestellt werden solche Räder auch in Schweden. Aber als das begann, nannte man sie Kristianiaräder, ein 3-rädiges Rad mit Gepäckraum vorn. Und sie wurden immer mehr populär. Und schauen wir uns an, wer die die Besitzer sind, so sind es oft junge Menschen, die zentral in Malmö wohnen und das Auto abgeschafft haben. Man fährt damit die Kinder zum Kindergarten, kauft damit ein. Man lebt ein völlig anderes Leben. wenn man ein Auto braucht, so mietet man sich eins oder man teilt sich eins mit den Leuten in der Umgebung. Also so verringert man auch ...

Reporterin:

he he he ... ein Liegeradler.

Leif Jensson:

Ja, hier gibt es viele verschiedene Fahrradtypen. Und alle Typen von Menschen. Und das ist das fantastischste mit dem Radfahren in Malmö. Man radelt bedeutend ruhiger als z.B. in Kopenhagen. Man kleidet sich nicht wie beispielweise oft in Stockholm mit Trainingssachen, sondern hier radelt man in den Kleidern, in denen man arbeitet. Und kommt vorwärts und nicht notwendigerweise schwitzend. Man nimmt es als schöne Bewegung am Morgen und am Nachmittag. Das ist eine Art natürliche Sache, das Rad zu nehmen in dieser Stadt.

Reporterin: Eine kurze Radtour vom Straßenbüro im Westhafen entfernt setzt Bertil Björk den Rundgang durch die Fahrradküche fort.

Bertil Björk:

Dort an der Wand hängt Iggy Pop. Er ermuntert uns, mit Helm zu radeln auf diesem Bild. Iggy Pop fasst ein wenig zusammen, was das hier ist. Eine Fahrradwerkstatt von dieser Sorte ist mehr Kultur als Sport. Und Iggy Pop ist ewig jung, ewig rebellisch und verdammt eigensinnig. Und steht für Sachen wie Offenheit und Toleranz. Und das ist, was wir wollen.

Reporterin: Jetzt sind gerade ungefähr 30 Personen in der Werkstatt, die putzen, sägen und schrauben an ihren Rädern. Andrea Markula ist an ihrem roten Damenrad.

Andrea Markula:

Es macht Spaß, dass Fahrräder so mechanisch sind. Falls irgengendetwas nicht funktioniert, so kann man selbst dahinterkommen. Das ist keine Programmiersache, sondern ... Ja, ich finde das toll.

Reporterin: Sie hat das Rad hoch und runter gestellt. Und dreht das Rad, bremst es und schaut nach.

Andrea Markula:

Das Dynamo funktioniert nicht. Ich weiß überhaupt nicht, warum. Ich kenne mich nicht aus mit Fahrrädern. Ich suche nach den Fehler. Ist es das Rad? Kann es dieser Arm ... ha ha ha wie heißt das? Gabel? Oder der Reifen? Oder der Dynamo? Ist es so, dass er sich zu langsam dreht? Sitzt er seltsam? Danach schauen wir nun.

Reporterin: Andrea wohnt in Malmö, aber arbeitet in Lund. Wenn ihr Rad besser funktioniert, hat sie vor, die Strecke zu radeln. Und genau zwischen Malmö und Lund wird gerade ein vorangiger Radweg vorbereitet, der sich über 4 Kommunen erstrecken wird. Ähnliches gebt es bereits in Holland, Dänemark und London. Dort werden sie Cyklesuperhighway genannt. Auf ihnen haben Fahrräder immer Vorfahrt und sie sind oft gerader und breiter als gewöhnliche Radwege.

Andrea Markula:

Es scheint so, als ob ich eine Chance habe, mein Rad zu reparieren. Ich muss es nicht jedes mal einliefern. Ich habe eine Chance auf jeden Fall.

Bertil Björk:

Die Idee ist, mehr Stationen zu schaffen, in denen sich Leute Kenntnisse aneignen und an andere weitergeben. Wenn man sich Kenntnisse angeeignet hat, dann will man die nicht zurückhalten. Die müssen gleichsam raus.

Safir Ahmed:

Ha ha ha. Ich bin hingefallen. Das ist kein Problem.

Reporterin: Auf dem Järvafeld ist die zweite Säsong des Radelkurses für Erwachsene gerade zu Ende gegangen. Safir ist noch nicht richtig selber gefahren. Aber sie ist trotzdem gutgelaunt.

Safir Ahmed:

Ha ha ha. Das kann ich nicht gut. Ha ha ha.

Reporterin:

Aber du hast trotzdem Hoffnung, es zu packen?

Safir Ahmed:

Ja. Ich möchte mir kein Auto kaufen. Ich möchte mir ein Fahrrad mal kaufen.

Reporterin: Das war der letzte Teil von Cykla i P 1. Wir, die das Programm gemacht haben, sind Lina E. Johansson und Maja Lagercrantz.

Teil 1: Geschichte des Radfahrens in Schweden

Teil 2: Konflikte

Teil 3: Radfahren um des Radfahrens Willen

Teil 4: Fahrrad und Nutzen - Über die Rolle des Fahrrades in der Zukunft

Hier der Link zur Originalsendung.

Und hier der zu Radreisen Brandenburg.

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